Nahrungsergänzungen im Ausdauersport
Diagnostik und Therapie
Nahrungsergänzungen - Ausgangssituation: Kein Nährstoffmangel in Deutschland? Viele
Ärzte raten Ihren Patienten: „Bei ausgewogener
Dem
spricht jedoch die Nationale Verzehrsstudie hohn, die gravierende Häufungen von
Unterversorgungen anhand der Analyse ausführlicher Ernährungsprotokolle und
deren Vergleich mit den Zufuhrempfehlungen der DGE ergab. Dabei zeigte sich,
dass beispielsweise bei 19-35jährigen Frauen 80 % nicht die notwendige Menge an
Hinzuzufügen ist, dass die von orthomolekularen Therapeuten ohnehin als eher bescheiden angesehenen Zufuhrempfehlungen der DGE bei besonderen Belastungen wie Krankheit oder starker körperlicher Beanspruchung wie umfangreiches Ausdauertraining teilweise erheblich nach oben korrigiert werden müssen. Während auf der einen Seite potentiellen Nährstoffmängeln keine besondere Aufmerksamkeit zuteil wird, ja diese sogar mitunter schlichtweg geleugnet werden, gibt es von anderer Seite ein großes ökonomisches Interesse, Präparate der Nahrungsergänzungen (meist Multivitamin- bzw. Multimineralpräparate) dem verunsicherten Sportler anzudienen, wobei teilweise vollmundig Leistungssteigerungen versprochen werden. Nahrungsergänzungen - Differenzierte Therapie setzt eine differenzierte Diagnostik voraus Kein Zweifel: Wenn ein Jodmangel zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt, sind der Leistungsfähigkeit des Sportlers enge Grenzen gesetzt. Mit einer durch Eisenmangel bedingten Blutarmut ist eine Leistungssteigerung schlichtweg nicht erzielbar. Und ein Magnesiummangel kann durch nächtliche Wadenkrämpfe nach einer intensiven Trainingseinheit Schlaf störend oder durch eine Beendigung eines Marathons bei Kilometer 35 äußerst ärgerlich sein. Ebenso wenig wie sich die Empfehlungen für das Training bei Gesundheitssportlern, ambitionierten Breitensportler und Spitzensportlern nicht prinzipiell unterscheiden, tun sie das bei der Diagnostik und Therapie von Mangelzuständen von Nährstoffen. Nahrungsergänzungen - Wichtige Nährstoffe für den Sportler: Bedarf und Bedeutung Jod – Treibstoff für den „Motor Schilddrüse“ Die
Schilddrüse benötigt ausreichend Jod, um ihr „Benzin“, die Schilddrüsenhormone,
herstellen zu können. Damit versorgt sie den Körper und bringt ihn auf Trab. Die
Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind u.a. Frieren, Müdigkeit, rasche
Erschöpfbarkeit, Antriebslosigkeit,
Quelle: http://www.buildingyourbody.de/template/ernaehrung/images/schilddruese.jpg Wird
eine Unterfunktion normalisiert, so erlebt der Sportler (natürlich auch der
Nicht-Sportler) einen regelrechten Leistungsschub. Cave: Sie dürfen auf gar
keinen Fall versuchen, mit Thyroxin ein „Doping“ zu betreiben, um die Leistung
zu steigern! Aus einer normalen Funktion könnte nämlich dann eine
Schilddrüsenüberfunktion entstehen mit unangenehmen bis gefährlichen Folgen –
bis hin zu tödlichen
Nahrungsergänzungen - Eisen: Viel Blutfarbstoff = gute Sauerstofftransportkapazität Das
Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff. Es enthält als wichtigen Bestandteil
Eisen. Ohne Eisen kann das Hämoglobin seiner wichtigsten Aufgabe, dem
Sauerstofftransport zu den Geweben, nicht nachkommen. Der normale
Hämoglobingehalt im Blut beträgt etwa 12-16 g/dl (kleine Abweichungen je nach
Geschlecht und Hormon möglich). Einen Mangel an Hämoglobin bezeichnet man als
Anämie (Blutarmut). Eine solche ist aber nicht unbedingt mit einem Eisenmangel
gleichzusetzen. Wenn die einzelnen Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sehr groß
sind und viel Hämoglobin enthalten (erkennbar im Blutbild an hohen Werten für
MCV und MCHC), dann handelt es sich nicht um einen Mangel an Eisen, sondern
meist an Aber auch wenn MCV und MCHC niedrig sind, muss dies noch keinen Eisenmangel bedeuten. Es kann auch eine Verschiebung des Eisens in die körpereigenen Depots dafür verantwortlich sein (z.B. durch chronische Entzündungsprozesse). Dies können wir jedoch nicht am Serumeisenwert erkennen, sondern am Serumferritin. Das Ferritin gibt am sichersten an, ob die Eisenspeicher entleert oder gut gefüllt sind. Nur wenn das Hämoglobin und das Ferritin niedrig sind, sollte Eisen substituiert werden. Ist hingegen das Hämoglobin niedrig und das Ferritin normal oder gar erhöht, muss nach weiteren Ursachen für das niedrige Hämoglobin gefahndet werden. In dieser Situation Eisen zu verabreichen, ist nicht nur nicht hilfreich, sondern sogar kontraproduktiv, da Eisen eine prooxidative Wirkung und eventuell vorhandene Entzündungsprozesse sogar noch fördert. Leider beobachte ich immer wieder, dass Ärzten diese Zusammenhänge nicht bekannt sind und sich Arzt und Patient wundern, warum trotz vermeintlich richtiger Eisentherapie die Werte nicht ansteigen. Ein richtiger Eisenmangel kann allerdings auch beim Sportler vorkommen. Hier sind insbesondere Frauen (Menstruationsblutung) und Jogger (mechanische Schädigung der Erythrozyten beim Laufen) gefährdet. Leichte Anämien lassen sich durch folgende Maßnahmen gut beeinflussen: Ø Zum Essen keinen Kaffee/Schwarztee/Grüntee trinken, da deren Gerbstoffe diese Eisenaufnahme stark beeinträchtigen (mindestens zwei Stunden Abstand vorher und nachher einhalten).
Ø
Ø Ggf. ein eisenhaltiges, pflanzliches Präparat wie Kräuterblut (rezeptfrei, Apotheke oder Reformhaus). Bei
schweren
Anämien (Hämoglobin kleiner als 10 g/dl) sollte deren Behandlung
unbedingt durch einen darin versierten Arzt erfolgen. Die Gabe eines gut
dosierten Eisenpräparates (rezeptpflichtig) ist dann obligatorisch. Die Hinweise
zu Kaffee/Tee und
Nahrungsergänzungen - Magnesium: Das „Krampfmittel“ und „Anti-Stress-Mineral“ Wohl jeder Sportler ist irgendwann in seiner Karriere schon einmal von Wadenkrämpfen geplagt worden. Entgegen immer wieder gehörter Meinung steckt nur selten ein Kalziummangel dahinter. Am Ende langer Ausdauerwettbewerbe können auch Flüssigkeits- und Elektrolytverluste verantwortlich sein. In der Regel ist aber das Mittel Nr. 1 hier das Magnesium. Bitte niemals das Serummagnesium bestimmen lassen! Ein Mangel an Serummagnesium zeigt zwar tatsächlich einen schweren Mangel an, ein normales Serummagnesium schließt aber einen leichten bis mäßigen Mangel keineswegs aus. Der sehr viel genauere Wert ist hier die Bestimmung des Magnesiums im Vollblut (siehe www.ganzheits-medizin.de/mineralcheck/), da hier auch der intrazelluläre Gehalt erfasst wird (90 % des gesamten Magnesiums im Körper ist in den Zellen lokalisiert!). Bei einem Mangel sollten 150 bis 600 mg Magnesium täglich verabreicht werden. Gut dosierte Präparate sind etwa Magnesium Verla 300 oder Magnesium Diasporal Beutel (apothekenpflichtig, rezeptfrei). Während die Magnesiumverbindungen dieser Präparate organisch sind, enthalten die meisten Magnesiumpräparate in Supermärkten Magnesiumcarbonat, welches zwar preiswert ist, aber viel schlechter im Darm aufgenommen wird.
Cave:
Magnesium kann zu einer
Nahrungsergänzungen - Zink – unerlässlich für Immunsystem und Wundheilung An einen Zinkmangel wird bei Sportlern nur selten gedacht. Dabei gibt es eine strenge statistische Beziehung zwischen Laufleistung und Zinkgehalt: Je höher die Wochenlaufleistung ist, desto niedriger ist im Mittel der Zinkspiegel. Es gilt bei der Diagnostik dasselbe wie beim Magnesium: Die Vollblutanalyse ist der Bestimmung im Serum unbedingt vorzuziehen. Hinweise auf einen Zinkmangel sind schlechte Wundheilung, immer wiederkehrende Infekte, Haarausfall und brüchige Nägel. Der Zinkspiegel kann aber schon suboptimal sein, bevor diese Symptome eines ausgeprägten Mangels eintreten müssen. Bei nachgewiesenem Mangel ist eine Substitution mit einem gut dosierten Zinkpräparat indiziert, z.B. Cefazink 10 Tabl. (apothekenpflichtig, rezeptfrei), Cefazink 20 Tabl. oder Zinkorot (beide rezeptpflichtig). Bei Zinksubstitution ist es ganz wichtig, dass dieses streng nüchtern (1/2 Stunde, besser eine Stunde vor einer Mahlzeit) eingenommen wird.
Nahrungsergänzungen -
Diese
Bezeichnung ist zwar nicht ganz korrekt (wird gern in der Werbung, z.B. für
Hautcremes, verwendet), aber dafür einprägsam. Tatsächlich wird
In der
Abbildung (unter diesem Text) ist gut zu erkennen, dass eine inverse Korrelation
zwischen Trainingsleistung und
Quelle: http://www.sympatec.com/Sympatec/images/Januskopf_210.gif Nahrungsergänzungen - Die Janusköpfigkeit des Sauerstoffs: Bedrohung durch Freie Radikale Sauerstoff ist lebensnotwendig. Gute Ausdauerleistungen sind ohne Sauerstoffverbrennung (aerobe Glykolyse) nicht möglich. Entgegen unserem erlernten Schulwissen ist die Formel Traubenzucker + Sauerstoff ® Wasser + Kohlendioxid + frei verfügbare Energie leider
falsch! Unsere Chemielehrer haben uns nämlich verschwiegen, dass dabei als
„Abfallprodukt“ zwischen 2 und 5 % so genannte Freie Sauerstoffradikale
entstehen. Dabei handelt es sich um hochreaktive Moleküle, die zu
Da der
Ausdauersportler einen besonders hohen Umsatz an Sauerstoff aufweist, muss er
auch mehr Sauerstoffradikale als der bewegungsarme „Normopath“ entgiften.
Hierfür werden vermehrt Antioxidantien benötigt, die solche Freien Radikale
neutralisieren. Eine obst- und gemüsereiche Kost mit ihren hohen Gehalten an
antioxidativen Vitaminen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen sollte auch aus
diesem Grund für den Sportler die Grundlage seiner vollwertigen
Will der Sportler aber – gerade in trainingsintensiven oder in Wettkampfphasen – Auskunft über seine Belastung mit Freien Radikalen bzw. seine antioxidative Kapazität erhalten, so bietet sich die Untersuchung eines Oxidativen Profiles mit Bestimmung der Antioxidativen Kapazität (Blut), der Lipidperoxidation (Blut) und des Desoxyguanosin (Urin) an. Werden hier Abweichungen von der Norm registriert, so sollte auf jeden Fall die Zufuhr von Antioxidantien durch entsprechende Nahrungsmittel, aber auch durch pharmazeutische Zubereitungen erhöht werden. Auch
ohne vorherige Messung würde der Ausdauersportler vermutlich nicht viel falsch
machen, wenn er Antioxidantien nach dem Training in höherer Dosis zuführt als es
die Zufuhrempfehlung der DGE nahe legt. Sinnvolle Dosierungen bzw. Präparate
sind z.B.
In letzter Zeit werden vermehrt Stimmen laut, die keinen Nutzen oder sogar Risiken unter einer Antioxidantientherapie berichten. Bei genauem Hinsehen kann man hier einige methodologische Fehler finden, die den Wert solcher Interpretationen deutlich einschränken. Der größte Fehler scheint darin zu bestehen, dass meist einzelne Antioxidantien in hoher Dosierung, aber keine sinnvollen Kombinationen eingesetzt wurden. Die antioxidativen Nährstoffe scheinen aber nur in einem synergistischen Miteinander ihren Nutzen zu entfalten. Nähere Einzelheiten hierzu unter www.cholesterin-1.de/oxidation/. Ganz
wichtig: Eine Nahrungsergänzung darf niemals der Ersatz für eine ungünstige
Literatur:
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift "NaturaMed". Wir danken dem Kirchheim-Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck. www.naturamed-online.de Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.
Alle notwendigen Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
Sagen Sie uns ruhig mal
Ihre Meinung! Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html Die
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